Bezirksorganisation Amstetten

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Obdachlosenarbeit im Mostviertel

„Obdachlos zu sein macht krank und einsam. Überdies sind Ablehnung und Unverständnis oft ständige Begleiter“, betonte NÖ Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig heute, Donnerstag, in Melk zu Beginn eines gemeinsamen Pressegesprächs mit dem Melker Landtagsmandatar, Dr. Günther Sidl, und dem Geschäftsführer des Vereins Wohnen und Arbeit, Mag. (FH) Sepp Ginner, das anlässlich 30 Jahre „Verein Wohnen und Arbeit“ abgehalten wurde.

Im Leben eines Menschen brauche nur ein stützender Pfeiler plötzlich wegzubrechen und schneller als man denke, drehe sich die Spirale nach unten. Auch bestimmte Lebensumstände führten regelmäßig dazu, dass Menschen einen vorübergehenden Schlafplatz suchen müssten, hielt Königsberger-Ludwig weiter fest: „Der Verein Wohnen und Arbeit kennt seit 30 Jahren die Not wohnungsloser Menschen aus nächster Nähe und sorgt vielfach äußerst erfolgreich für die Re-Integration seiner betreuten Personen in das Sozial- Wohnungs- und Arbeitsleben.“

Zudem merkte Königsberger-Ludwig an, dass das Land Niederösterreich soziale Wohneinrichtungen jährlich mit landesweit insgesamt 5,8 Mio. Euro unterstütze. Das vorrangige Ziel sei dabei die Situation nicht selbstständig wohnfähiger Menschen zu stabilisieren und ihnen damit eine eigenverantwortliche Lebensführung sowie den Weg zurück ins Erwerbs- und Gesellschaftsleben zu ermöglichen. „Vor allem wird ihnen aber ohne Vorurteil Wertschätzung und Respekt entgegengebracht sowie Geborgenheit und Hoffnung gegeben,“ dankte Königsberger-Ludwig den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wohneinrichtung.

„Wohnen wird immer teurer. Gleichzeitig steht aber auch zu wenig günstiger, leistbarer Wohnraum zur Verfügung. Umso bedeutender ist es deswegen, soziale Auffangnetze und Einrichtungen, wie den Verein Wohnen und Arbeit, zu stärken, statt Menschen, die Hilfe brauchen, sich selbst zu überlassen. Das Wohnheim in Winden ist eine wichtige Herberge für sozial benachteiligte Personen aus dem Mostviertel. Es wird nicht gewertet, sondern die Lebenswelt der Menschen akzeptiert, ihnen zugehört und Beratung angeboten“, erklärte LAbg. Sidl.

Zum Schluss wies Geschäftsführer Ginner darauf hin, dass die Initiative für das Wohnheim einst von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern aus den Bezirken Scheibbs, Amstetten und Melk ausgegangen sei. „Der Ankauf des Hauses sowie umfassende Umbauarbeiten wurden durch das Stift Melk und eine große Spendenaktion unterstützt.“ Von der ersten Stunde an wollte der Verein für Menschen mit Wohnproblemen ein sicherer Hafen und eine kompetente Anlaufstelle sein. „633 Menschen haben in den letzten 30 Jahren bei uns ein Dach über dem Kopf gefunden, was zu etwa 160.000 Nächtigungen führte.“ Den Weg ins Wohnheim würden die Obdachlosen in vielen Fällen über Spitäler, Bürgermeister, Polizei oder soziale Dienste finden, meinte Ginner abschließend.