Bezirksorganisation Amstetten

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Notschlafstellen sind wichtiges Auffangnetz

Das Thema „Notschlafstellen“ stand im Mittelpunkt eines Pressegesprächs, das heute, Dienstag, in St. Pölten abgehalten wurde. Dabei informierten NÖ Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Geschäftsführer der Emmausgemeinschaft St. Pölten, Karl Langer, über Anlaufstellen, die nicht nur bei Kälte und Nässe für obdachlose Menschen ein Dach über dem Kopf bereitstellen.

Notschlafstellen seien niederschwellige Angebote und dienten als Notunterkunft für kurzfristige, begrenzte Übernachtungen sowie für akut wohnungslose Menschen, betonte Königsberger-Ludwig zu Beginn. „Besondere Umstände im Leben eines Menschen führen immer wieder dazu, dass Männer, Frauen sowie Jugendliche auf der Straße leben bzw. einen vorübergehenden Schlafplatz suchen. Zumeist stehen schwere Lebenskrisen, ausgelöst durch Alkoholismus, Drogenabhängigkeit und psychische Erkrankungen, hinter diesem Schicksal.“

Derzeit würden mehr als 30 Übernachtungsplätze an den Standorten St. Pölten und Wiener Neustadt zur Verfügung stehen. Etwa 360 Personen hätten davon im letzten Jahr Gebrauch gemacht. Ermöglicht werde das alles durch die Emmausgemeinschaft St. Pölten sowie den Verein für Soziale Betreuung NÖ Süd, die zusammen rund 9.000 Nächtigungen pro Jahr verzeichnen würden. Das Land Niederösterreich unterstütze dieses wichtige Angebot jährlich mit 480.000 Euro, hielt Königsberger-Ludwig fest: „Obdachlos zu sein, macht krank und einsam. Zudem sind Ablehnung und Unverständnis ständige Begleiter. In Notschlafstellen gibt es hingegen nicht nur ein Bett, sondern auch Essen, Möglichkeiten zum Duschen und Wäschewachsen, aber auch die Chance reden zu können, ohne vorverurteilt zu werden.“

„Eine Notschlafstelle bildet in unserer Gesellschaft das unterste soziale Netz. Die Emmausgemeinschaft St. Pölten kennt die Not obdachloser Menschen aus nächster Nähe. Unsere drei Notschlafstellen sind ganzjährig für Männer, Frauen und Jugendliche geöffnet. Gerade im Winter würden viele von ihnen die klirrend kalten Nächte im Freien sonst nicht überleben“, machte GF Langer aufmerksam: „Jeder und jede kann kommen. Es gibt ein Dach über dem Kopf, ein Bett, Verpflegung, Waschmöglichkeiten und eine Tasse Tee. Das ist ein sozialer Empfangsraum, der Ankommen, Sicherheit und Angenommen sein vermittelt. So versorgen wir die Menschen nicht nur, wir geben ihnen auch ihre Würde wieder."

„Mit unseren Notschlafstellen schenken wir vielen, denen das Leben übel mitgespielt hat, Geborgenheit und Hoffnung. Es kann jede/n treffen. Fällt ein stützender Pfeiler im Leben plötzlich weg, dreht sich die Spirale nach unten. Und eine Emmaus-Notschlafstelle ist schneller Realität, als man davor geglaubt hätte“, so Langer abschließend.